Konzept

Der Tagesablauf

Unser Betreuungszeiten sind von Montag-Freitag von 7.00 – 15.30 Uhr. Wir können aber flexibel auf Elternwünsche reagieren und in Ausnahmefällen eine längere Betreuung auch an anderen Tagen anbieten. Unsere Urlaubsplanung (30 Tage) geben wir nach Absprache mit den Eltern im Herbst für das Folgejahr heraus, so dass auch diese zuverlässig, langfristig planen und ggf. für eine Ersatzbetreuung sorgen können.

Das Frühstück findet gemeinsam gegen 8h statt, wenn die Kinder angekommen sind. Die Kinder entscheiden selber, was sie essen möchten und belegen ihre Brote selber. Als festes Ritual haben wir unseren gemeinsamen Tischspruch bevor wir beginnen. Am Vormittag können wir die Kinder individuell und oft auch 1:1 betreuen, z.B. Basteln nur mit nur einem Kind oder Einkaufen mit einzelnen Kindern. Wir haben keinen fest geplanten Morgenkreis, sondern besprechen den Tagesablauf während des Frühstücks. Trotzdem bieten wir je nach Interesse der Kinder einen gemeinsamen Sing- oder Vorlesekreis an.

Die Kinder sind eng mit in die Familie eingebunden, wozu auch gehört, dass an einigen Nachmittagen Kontakt zwischen unseren Kindern und den Tageskindern gegeben ist, dieser wird von allen positiv aufgenommen. Das Essen wird bei Interesse gemeinsam zubereitet, die Zutaten oft zusammen ausgewählt oder eingekauft. Gemeinsame feste Essenszeiten geben den Kindern Verlässlichkeit . Die festen Abläufe erleichtern ihnen den Alltag und helfen bei der Orientierung. Die Nahrung wird ausgewogen und kindgerecht angeboten. Die Kinder lernen hierbei auch das selbstständige Essen und trinken aus einem Becher, das Einschätzen, ob und wie viel sie essen möchten (Entscheidungsfähigkeit), außerdem unterschiedliche Zubereitungsmöglichkeiten von Speisen wie gekocht oder roh. Die Benutzung von Besteck findet vor allem durch die Nachahmung des Essverhaltens von anderen / größeren Kindern oder uns TPP statt. Das Alltagslernen, wozu auch das Essen, die Körperhygiene und das Schlafen gehören ist von unschätzbarem Wert und dies wird auch den Eltern so vermittelt.

Kinder lernen während des Freispiels (wählen selbst ihre Spielpartner, Material, Ort und können Erlebnisse verarbeiten und Selbstbestimmung erfahren). Sie können in verschiedene Rollen schlüpfen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen.

Während des Tagesablaufes bestehen für die Kinder verschiedene Möglichkeiten sich Kompetenzen anzueignen bzw. Wissen zu erlangen. Unter anderem sind dies:

Umweltbildung durch Ausflüge in die Natur

mathematisches Verständnis durch Rollenspiele mit der Küche

Verantwortung (z. B. große Kinder kümmern sich um kleinere Kinder)

gesellschaftliche Normen und Regeln (Bitte und Danke)

Demokratische Grundwerte (Mehrheitsabstimmungen bei geplanten Unternehmungen)

wirtschaftliche Zusammenhänge (Geld als Zahlungsmittel, wir kaufen gemeinsam ein)

Naturwissenschaften (physikalische Zusammenhänge wie Erdanziehung, Rollen)

Musik (gemeinsames Musizieren und Bewegung)

künstlerische Strategien (Ausdruck der Individualität und Darstellung der eigenen Gefühle)

Unser Bild vom Kind / Wie wir Kinder begleiten wollen?

Wir wissen, dass Kinder mit grundlegenden Kompetenzen ausgestattet sind und bereits im Säuglingsalter im Austausch mit ihrer Umwelt stehen. Deshalb ist es uns auch so wichtig, dass das Kind seine Bildung und Entwicklung selbst mitgestaltet, wir und die andern Kinder sind Interaktionspartner in der Ko-konstruktiven Beziehung zu den Kindern. Da Kinder in der sozialen Beziehung zu anderen Menschen lernen und die gemeinschaftliche Erforschung von Bedeutungen im Mittelpunkt steht, dürfen sich in ihrem Streben nach Autonomie ausprobieren. Dabei unterstützen wir sie:

in dem wir ein positives Selbstbild schaffen

Motivation / Interesse stärken

Lernprozesse sensibel begleiten

metakognitive Dialoge führen

Partizipation und das Gruppengefühl fördern

spielfeinfühlig sind

eine anregende Spielumgebung – und Material anbieten

aktiv mitspielen bzw. interagieren

vertrauen, zutrauen, stolz sind

Rituale einführen und klare Grenzen setzen.

Wir stärken so die Bindung zu uns als Beziehungsperson und Kompetenzen der Kinder werden gestärkt. Zu diesen zählen die Selbststeuerung / Regulierung, das Kennen der eigenen Gefühle, die Selbst- und Fremdwahrnehmung, das Selbstbewusstsein, die Selbstständigkeit („Hilf mir, es selbst zu tun!“), Empathie und Resilienz / Problemlösekompetenz. Wir kennen die Inhalte und Ziele des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans und setzen diese nach Möglichkeiten in der Kindertagespflegestelle um.

Die Eingewöhnung als sensible Phase für die Kinder wird von uns sorgfältig vorbereitet und die Eltern als Kooperationspartner von uns mit einbezogen. Wir haben unser eigenes Eingewöhnungskonzept entwickelt, welches Elemente des Berliner und des Münchener Modells beinhaltet.

Eingewöhnung

Eingewöhnung vorbereiten Elterngespräch / Schnuppern: am Vormittag während der Betreuungszeit, damit Eltern /- teil sich Bild vom Tagesablauf machen (zeitlich + inhaltlich) kann, persönlicher Austausch (Wünsche, Vorstellungen, Konzept, Fragen zum Kind (Schlafrituale, Essens- und Spielvorlieben), Eingewöhnung erläutern (Bedeutung, Ablauf, Aufgabe der Eltern), Grundinformationen / Rahmenbedingungen (konstanter Tagesablauf, wenig Unternehmungen) erläutern, Was müssen die Eltern mitbringen, Eltern setzen sich mit dem Thema auseinander, dass bald ein neuer Lebensabschnitt für das Kind und sie selbst beginnt, Kinder sollen Zuhause positiv auf neue Situation und TPP eingestimmt werden.

Kind bestimmt das Tempo der Eingewöhnung, abhängig vom Bindungstyp (1-4 Wochen), Dauer ist nicht festgelegt

Eingewöhnung als Belastung / Stress für das Kind, Bedeutung Übergangsobjekte (Schnuffeltuch, Teddy,…)

Ziel ist eine tragfähige Beziehung zu TPP

Aufgabe Bezugsperson „sicherer Hafen“

Bildungs-und Erziehungspartnerschaft aufbauen

Eingewöhnung / Grundphase In der ersten Woche besucht das Kind die TTPstelle für anfangs 2 bis zu 5 Stunden gemeinsam mit Bezugsperson, die Bezugsperson bleibt als „sicherer Hafen“ vor Ort, Begleitung und Ermutigung, kein Drängen, Kind soll TTPstelle erkunden und Abläufe, Regeln, Rituale, aber auch Menschen und Räume in Ruhe beobachten, TTP ist aufmerksam beobachtend, verhält sich sensibel und feinfühlig, versucht über Spielangebote Kontakt aufzunehmen, drängt sich nicht auf. Bei jüngeren Kindern vor allem Körperkontakt bzw. Geruch wichtig, versuchen diesen aufzubauen. Schlussfolgerungen für das weitere Vorgehen jeden Tag anhand des Verhaltens zu prüfen und mit Bezugsperson zu kommunizieren / abzustimmen. Der erste Trennungsversuch wird unternommen, wenn Eltern und TTP dem Kind die Trennung zutrauen. Die Bezugsperson verabschiedet sich vom Kind und verlässt die TTPstelle für vorher vereinbarte Zeit, z.B. bis nach dem Mittagessen (ca. 1h), wenn Kind sich nicht schnell (innerhalb von Minuten) trösten lässt, wird die Zeit verkürzt, Rückkehr der Bezugsperson notwendig.

Stabilisierung Zeiten der Trennung werden verlängert, TPP übernimmt nach und nach die Versorgung (Hilfe beim Essen, Wickeln) des Kindes zunächst im Beisein der Bezugsperson. Erst wenn das Kind einen Tag bis nach dem Mittagessen problemlos bewältigen kann, beginnen wir, damit den Mittagsschlaf in den Ablauf zu integrieren, bis dass Kind einen kompletten Betreuungstag in der TPP bleibt.

Abschluss Die Bezugspersonen ist nicht mehr anwesend, bleibt aber im Kontakt mit der TPP, regelmäßiger Austausch über das Verhalten des Kindes. Sicherheit und gutes Gefühl der Bezugsperson überträgt sich auf das Kind, hilft den Eltern beim Loslassen. Es gibt noch immer Situationen, in denen die TPP sich das Vertrauen des Kindes noch „verdienen“ muss. Abläufe müssen noch weiter verinnerlicht werden, um Sicherheitsgefühl zu stärken.

Zeichen für eine abgeschlossene Eingewöhnung sind, wenn das Kind gerne zur TTP geht und aktiv und neugierig in der Gruppe beteiligt ist. Es lässt sich von der TPP nachhaltig trösten.

Was ändert sich, wenn wir gemeinsam arbeiten und mehr Kinder betreuen?

Die grundsätzliche Veränderung ist vor allem die, dass die individuelle Förderung einzelner Kinder viel besser gewährleistet werden kann, was gerade in der Eingewöhnungsphase von Bedeutung ist. Dadurch gelingt schnell eine gute Bindung und das nötige Vertrauen der Eltern und des Kindes in die Tagespflegeperson. Die Chance, einen altersgleichen und gleichgeschlechtlichen Spielpartner zu finden, in einer Gruppe mit mehr Kindern höher. Dieser Aspekt wird auch von Eltern häufig gewünscht ist aber sich vor allem aus Kindersicht positiv zu werten. Ein familiäres Umfeld ist in der Großtagespflege weiterhin gegeben: Nachbarn, Freunde und die eigene Familie sind stets dazu eingeladen, vorbeizuschauen und mitzuspielen. Wir bieten zusammen eine Betreuung von 5 Ganztagsplätzen (Simone) und 3 Halbtagsplätzen (Jan) an. Im Krankheitsfalle oder einem anderen Grund machen wir von der Vertretungsregel Gebrauch. Wie in der Satzung des Landkreises Darmstadt- Dieburg festgelegt ist betreuen wir dann maximal 5 Tageskinder. Natürlich sind die einzelnen Kinder und deren Eltern durch die Verträge und die Eingewöhnung mehr auf den einen oder die andere Kindertagespflegeperson gebunden, aber die Tageskinder kennen beide Kindertagespflegepersonen von Beginn an und vom täglichen Umgang mit ihnen.

Wie sieht ein normaler Tagesablauf aus?

Ab 6:45 bereiten wir die Räume und die Snacks/Wasserflaschen und so weiter vor.

Zwischen 7 und 8 Uhr sind die regulären Bringzeiten. Das Frühstück wird vorbereitet, es ist Freispielzeit.

Zwischen 8 und 9 Uhr gibt es bei uns Frühstück. Hier wird besprochen was wir am Tag machen wollen.

Zwischen 9 und 10 Uhr ist wieder Freispielzeit. Zweite Bringzeit. Kinder, die Müde sind, können hier noch eine Runde schlafen.

Um 10 Uhr gibt es einen kleinen Snack aus Obst.

Zwischen 10 und 11:45 Uhr ist Zeit für die große Aktivität, Basteln, begleitet Spiele spielen, Malen, Spazieren gehen, Rehe besuchen, im Garten spielen, auf einen Spielplatz gehen oder einfach Freispielzeit.

Zwischen 11:45 und 12:00 Uhr ist Vorbereitung für das Mittagessen, Aufräumen und so weiter.

Ab 12 Uhr gibt es Mittagessen.

Ab 12:45 Uhr ist Schlafenszeit. Abholung nur in Ausnahmefällen.

Zwischen 15:00 bis 15:30 Uhr ist Abholzeit. Kleiner Nachmittagssnack.

Danach: Nachbereitung, Büroarbeit, Desinfektion, Reinigung.

Alle Essens- und Bring- Bzw. Rückkehrzeiten werden von Hygienemaßnahmen begleitet.