Konzept

Bei uns sollen die Kinder lernen, wie die Welt sich anfühlt, riecht, schmeckt, klingt und aussieht.

Dieses Zitat von Gerald Hüther spiegelt meine Vorstellung von richtiger Erziehung wider:

“Eigentlich braucht jedes Kind drei Dinge: Aufgaben, an denen es wachsen kann, Vorbilder, an denen es sich orientieren kann, Gemeinschaft, in der es sich aufgehoben fühlt.”

Bei der Betreuung von Kindern ist uns wichtig, dass sie sich geborgen fühlen. Wir nehmen ihre Bedürfnisse wahr und ernst und respektieren, tolerieren und stärken die individuelle Persönlichkeit. Kinder sollen lernen ihre Meinung zu äußern und auch mal „Nein- Sagen“ dürfen. Die Kinder sollen lernen selbständig zu werden, indem wir sie unterstützen Alltagssituationen eigenständig zu lösen (z.B. Jacke anziehen, Tisch zu decken, Spielsachen zu holen u.a.). Wir möchten ihnen ein gutes Sozialverhalten vermitteln, was auch beinhaltet, dass sie lernen Rücksicht zu nehmen auf andere Gruppenmitglieder und  Frustation aushalten können. Dabei werden sie von uns begleitet und unterstützt.

Einen strukturierter Tagesablauf und wiederkehrende Rituale sollen ihnen helfen, Regeln zu akzeptieren und Grenzen zu respektieren. Diese geben den Kindern die nötige Sicherheit und Orientierung geben, die sie benötigen, um sich in ihrem Alltag zurechtzufinden. Wir wollen eine Vorbildfunktion ausüben, indem wir uns den Kindern liebevoll und achtsam zuwenden.

Wir fördern die Kinder altersgerecht (Sprache, Motorik, Kreativität).

Kinder sollen hier die Möglichkeit zum Spielen, Toben erfahren, Bewegung und Naturerfahrungen sammeln. Wir machen gemeinsame Unternehmungen machen (z.B. Spaziergänge, Walderfahrungen, Rehe füttern, Kellerranch, Vivarium, Turnen, Spielplätze der Umgebung). Außerdem bietet unser kleiner Garten ausreichend Platz, um im Sand zu spielen, zu Schaukeln, Rutschen oder Wippen.

EINGEWÖHNUNG

Da der Übergang in eine Betreuung für Kinder und Eltern eine ganz besondere Zeit ist, fordert diese auch eine behutsame Begleitung. Durch eine auf das Kind abgestimmte Eingewöhnung in Anlehnung an das “Berliner Modell” wollen wir es ermöglichen, dass das Kind eine stabile und verlässliche Beziehung zu uns als Bezugspersonen aufbauen kann. Wir versuchen während der Zeit ihr Kind und Eltern gut kennen zu lernen und eine Beziehung bzw. gute Bindung aufzubauen. Die Zuwendung ist gleichmäßig freundlich und liebevoll, die Interessen des Kindes werden aufgegriffen und es werden altersentsprechende Spielangebote gemacht. Unsere Haltung ist einfühlsam, geduldig, sensibel, warmherzig und zuverlässig, Körper- und Blickkontakt werden aufgebaut. Eine Rückzugsmöglichkeit wird angeboten. Wir führen Rituale und Regeln ein, die Kind und Eltern Sicherheit geben. Die Eltern erhalten kontinuierlich feed-back über das Befinden / Verhalten des Kindes. Kinder brauchen in der Eingewöhnungszeit oft Übergangsobjekte (z.B. Kuscheltier oder anderes Vertrautes von Zuhause). Die Eingewöhnung in der Tagespflege bedeutet Stress für die Kinder, sie benötigen eine Bindungsperson, um ihr inneres Gleichgewicht zu halten oder wieder herzustellen.

Auch die Eltern spielen während der Eingewöhnung eine wichtige Rolle. Sie sollen den Beziehungsaufbau zur TPP unterstützen, auch in dem sie schon im Vorfeld positiv über die TPP sprechen. Sie verhalten sich eher passiv, drängen ihr Kind nicht, sich von ihnen zu entfernen, akzeptieren aber immer, wenn das Kind ihre Nähe sucht (“sicherer Hafen”), führen ein klares Abschiedsritual ein. Die Eltern sollen anfangs immer zur gleichen Zeit / Situation zur TPP kommen und sollten ca. 4- 6 Wochen zur Verfügung stehen und noch nicht wieder arbeiten. Eine Eingewöhnung kann auch sehr viel schnell abgeschlossen sein. Die Eltern sorgen für ausreichende Ruhezeiten im Anschluss an die Eingewöhnungszeit. Sie dienen als Vermittler zwischen Kind und TPP.

Leitfaden für die Eingewöhnung “Berliner Modell”

1. -3. Tag: Kind und Elternteil sind gemeinsam bei der Tagespflegeperson, festgelegte Uhrzeit, möglichst dan, wenn auch spärer Betreuung stattfinden soll, bleiben ca. 1- 1,5 Stunden und gehen anschließend nach Hause. Am Ende des dritten Tages gemeinsame Entscheidung von Eltern und Tagespflegeperson über den weiteren Vorgang:

  1. kurze Trennung an Tag 4
  2. oder Elternteil bleibt weiterhin so lange gemeinsam mit dem Kind bei der TPP bis eine kurze Trennung erfolgen kann (weiter wie ab Tag 4)

frühestens ab 4. Tag: Kind bleibt, wenn möglich schon kurze Zeit alleine bei der TPP, Trennung vom Elternteil für 5- 10 Minuten, Abholung durch Elternteil und anschließendes nach Hause gehen von Elternteil mit dem Kind. Wenn die Trennung unproblematisch war, kann die Trennungszeit am 5. Tag etwas verlängert werden (ca. 10- 30 Minuten).

ab 5. Tag: Die Zeiten der Trennung werden in Absprache von TPP und Eltern in den kommenden Wochen verlängert.

nach ca. 4 Wochen: Es ist davon auszugehen, dass das Kind die komplette Betreungszeit bei der Tagesmutter verbringen kann. Natürlich werden individuelle Bedürfnisse nach Ruhe und Erholung verantwortungsbewusst wahrgenommen, angemessen darauf reagiert und das Kind nicht überfordert.

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